So gesund sind Kastanien
Die Früchte eignen sich zur inneren und äußeren Anwendung gleichermaßen
Was wäre der Herbst ohne Kastanien! Die rötlich-braun glänzenden Früchte sind jedoch nicht nur eine schöne Dekoration oder Bastelmaterial für Kinder, sondern auch rundherum gesund. Die Samen der hierzulande oft in Parks oder an Straßen zu sehenden Rosskastanienbäume werden getrocknet zu medizinischen Zwecken eingesetzt und sind wegen ihrer Bitterstoffe ungenießbar. Ganz anders die Früchte der Edelkastanien, die in Italien, Spanien und Frankreich, aber auch in Südwestdeutschland wachsen. Sie sind – vor allem geröstet – eine wahre Delikatesse und enthalten zudem viele wertvolle Nährstoffe. Gründe genug, auf die Kraft der Kastanien zu setzen:
Esskastanien: Man unterscheidet drei Unterarten: die kleineren dunkelbraunen Esskastanien, die etwas helleren, größeren und besonders schmackhaften Maronen sowie die erst gegen Ende des Herbstes reif werdenden Dauermaronen.
- Kastanien sind eine gesunde und fettarme Alternative zu Nüssen. Sie enthalten roh nur 2 Prozent Fett (Nüsse 40-65 Prozent) und damit viel weniger Kalorien (190 kcal. gegenüber 500-600 kcal./100 g).
- Durch den hohen Kaliumgehalt (ca. 600 mg/100 g) sind Kastanien besonders wertvoll zur Aufrechterhaltung einer normalen Kreislauffunktion, insbesondere eines regelmäßigen Herzrhythmus.
- In Kastanien steckt zudem viel Stärke, die den Blutzucker nur langsam ansteigen lassen. Daher sind sie ideal für Diabetiker.
Wichtig: Achten Sie beim Kauf von Esskastanien auf pralle, glänzende Früchte. Sie sollten max. 1 Woche bei Zimmertemperatur gelagert werden (Dauermaronen bis zu 2-3 Monaten in einem kühlen dunklen Raum). Zubereitung: Früchte kreuzweise anschneiden, auf ein Backblech legen und ca. 15 Minuten bei 180-200 Grad rösten, bis sich die Schale nach außen biegt. Mit einem Kochmesser schälen, solange sie noch heiß sind. Esskastanien können auch zu Suppen oder Desserts oder Kuchen verarbeitet werden.
Rosskastanien: In den getrockneten Samen stecken Flavonoide und Saponine, die entzündungshemmend und gefäßschützend wirken. In der Volksheilkunde wird Rosskas-tanie auch bei Verletzungen, Verstauchungen, Blutergüssen, Rückenschmerzen und rheumatischen Beschwerden eingesetzt.
- Besonders bewährt haben sich Rosskastaniensamen bei Venenerkrankungen, wie z. B. Krampfadern, Schmerzen, Schweregefühl in den Beinen, Schwellungen, Krämpfe oder Juckreiz. Wichtig ist der Gehalt an Aescin. Die Tagesdosis sollte 50-150 mg Aescin betragen.
- Bei akuten Beschwerden sorgen Salben und Gels für rasche Linderung. Diese am besten schon bei den ersten Anzeichen von Beinschwellungen oder -Schmerzen auftragen. Auch bei Venenbelastungen (z. B. längeren Flugreisen) ist eine Anwendung sinnvoll.
- Bei Husten mit festsitzendem Schleim ist ein Tee einen Versuch wert: 1/2 TL getrocknete Kastanienblüten mit heißem Wasser übergießen, 5 Minuten ziehen lassen und je nach Geschmack mit Honig süßen.
Wichtig: Fertigpräparate sind als Kapseln, Dragees, Tabletten, Tropfen oder Sprays in Apotheken erhältlich. In seltenen Fällen rufen sie Magen-Darm-Beschwerden hervor. In diesem Fall können Retard-Präparate sinnvoll sein, bei denen der Hauptwirkstoff Aescin erst im Dünndarm freigesetzt wird. Bei Einnahme von Blutgerinnungshemmern vorher den Arzt fragen.